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Was ich nicht möchte

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Also, warum möchte ich etwas verändern?
Warum spielt Kanada dabei eine so große Rolle?

Die Liste

Also beginne ich damit, auf zu schreiben, was mich am meisten an meinem Leben stört.

#1 Die Arbeit

Fahrtwege

Arbeit. Jeden Tag bin ich 1 Stunde im Auto unterwegs um zu meinem Arbeitsplatz zu kommen.

Abgeschnitten von der Natur 

Wir sitzen in einem Großraumbüro, mit vielen Computern und Maschinen, welche die Luftqualität massiv beeinflusst.

Da annähernd 50% der Softwareentwickler den Job nicht aus Leidenschaft oder Spaß machen, sondern weil es für sie eine Möglichkeit ist Menschen und der Umwelt zu entfliehen, ist es tatsächlich leider häufig so, dass an einem schönen, blauen Tag, die es wirklich selten gibt in Hamburg, die Fenster zugezogen werden und künstliches Energiesparlicht eingeschaltet wird, was bei mir jedes Mal für ein innerliches Kopfschütteln sorgt.

Das Fenster auch nur auf Kipp zu machen, ebenfalls ein hohes Risiko und häufiger Streitpunkt. Während ich frische Luft schätze, um mich wach und konzentriert zu fühlen, frieren einige schon dann, auch wenn draußen 23° herrschen.

Ständiges Start-Stop

Eine Software die ich für einen Kunden entwickel, entsteht meist unter Zeitdruck.
Schnelles denken und Handeln ist gefragt, dennoch finde ich mich alle drei Minuten in Unterbrechung wieder, weil ich wieder auf irgendetwas warten muss, dass etwas fertig geladen ist, ein Backup erstellt wurde, Systeme funktionieren, etc. und man dann Däumchen dreht, für 1-2 Minuten und schlicht abwartet nun weiter machen zu können.

Es ist als würde man ständig im ersten Gang beschleunigen um dann massiv abzubremsen um wieder im nächsten Moment wieder massiv zu beschleunigen um wieder abzubremsen. Start-Stop, den ganzen Tag – wie im Stau zu stehen.

Kein Werk, dass es zu betrachten gebe.

Viel schlimmer aber, dass ich keine „Erfolgserlebnisse“ im Beruf habe. Es begeistert mich nicht für CocaCola oder Nestlé eine Maschinensoftware geschrieben zu haben, ich kann sie nicht anfassen und auch nur ein einziges Mal bei der Inbetriebnahme, sehe ich überhaupt, wofür ich da mehrere Wochen oder Monate gearbeitet habe, dann ist es wieder weg und ich sehe meine Arbeit nie wieder.

Jeder Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Bauarbeiter oder Gärtner kann seine Werke betrachten, anfassen, fühlen, riechen und das viele Male.
Ein virtuelles Gut kann man maximal mit den Augen betrachten. Dabei ist die Vielfalt der Welt doch durch unsere verschiedenen Sinne überhaupt erst spürbar / erlebbar – machen das Leben erst aus!

Es ist das absolute Gegenteil, von dem, wofür man als Mensch gemacht ist.

Du wirst das Ziel nie erreichen

Die Schnelllebigkeit der Branche ist ein weiteres Minus.
Als Softwarentwickler hat unser Wissen eine Halbwertzeit von 1-2 Jahren, danach muss man sich wieder neu einlesen, sich neue Kenntnisse um neue Systeme, Tools und Programmiersprachen aneignen.

Ich programmiere heute 7 Programmiersprachen, lerne aktuell die 8, kann gut Designen, Internet Marketing betreiben, kenne mich im E-Commerce Business aus und bin gelernter IT-System-Kaufmann. In meiner Branche nennt man das einen „Full-Stack-Entwickler“ – im allgemeinen Sprachgebrauch, eine Eierlegende Woll-Milch-Sau. Umso größer ist hier der Aufwand, in allen Fachgebieten ständig auf dem Laufenden zu bleiben.Auch ein Handwerker muss von Zeit zu Zeit mit neuen Werkzeugen arbeiten, sicherlich, doch im Kern wird er nach 60 Jahren noch immer das Gleiche machen, wie vor 60 Jahren. Es gibt keine Branche, die schnelllebiger ist, als die Softwarebranche.

Der Aufwand zahlt sich nicht aus

Bezahlt wird man aber stets für 1 Job – und auch nicht für Leistung, sondern für die Zeit, die man dort verbringt. Ich werde angestellt als Frontend-Entwickler, Backend-Entwickler, Designer oder Marketing-Manager – und kann somit einen Großteil meines Potenzials und Wissens, nicht nutzen. Was einem Hochleistungssportler, der an den Rollstuhl gefesselt wird, gleich kommt.
Lediglich als selbständiger Entwickler, zahlt sich dies wirklich aus – doch dann kommen wieder weitere Jobs auf einen zu.
Denn dann ist man auch noch Geschäftsführung, Marketing-Manager, Buchhalter, Steuerberater, Kundensupport, usw. Der Gewinn, steigt nicht equivalent zur Leistung. Vielmehr muss man, gerade in Deutschland, um nur 25% mehr netto zu verdienen, 50% mehr leisten. Will man 50% mehr netto verdienen, sogar 200%.
Und da stößt man schnell an seine Grenzen, da der Tag nur 24 Stunden hat.

Man wird krank

Das ständige starren auf den Bildschirm, macht einen mit der Zeit kurzsichtig.
Zum ersten Mal erlebte ich dies bei einem Job als Entwickler, als ich etwa 23 Jahre alt war. Ich bemerkte, wie ich zunehmenst schlechter gucken konnte und allmählich Dinge in der Ferne immer mehr verschwammen.
„Das ist das Alter! Das ist normal! Dann brauchst Du halt eine Brille, sagte man mir von allen Seiten.“

Nichts da, habe ich gesagt, ich will das nicht!
Das ist doch kein Zufall, dass ich den ganzen Tag auf ein Stück Plastik vor mir schaue 9 Stunden – da stellen sich die Augen um, so die Hoffnung.
Als ich den Job schließlich beendet hatte und für 4 Monate arbeitslos war, geschah etwas. Ich konnte mit jedem Tag wieder besser gucken, schärfer sehen, erkannte wieder die Blätter in den Bäumen und Nummernschilder auch aus weiterer Entfernung. Eine riesen Erleichterung für mich und ein weiterer Beweis, dass es gut war, nicht auf die Menschen zu hören, die mich nun zum Optiker schicken wollten, weil das „Alter“ nun eine Sehschwäche für mich bereit hielt.

Hätte ich das getan und wäre ihren Ratschlägen gefolgt, so würde ich heute noch immer auf die Brille angewiesen sein. Wahrscheinlich würden meine Augen sich sogar verschlechtern, weil sie mechanische Hilfe bekommen und weiter abbauen – was aber am aller wichtigsten war, die Erkenntnis, dass der Körper sich sehr wohl wieder reguliert und heilt, auch bei so etwas wie Weit- oder Kurzsichtigkeit.

Das viele Sitzen, dass vielen Rückenprobleme mit der Zeit beschert, muss ich wahrscheinlich gar nicht erwähnen. Mangelnde Bewegung, Zeitdruck, all das sind Faktoren die einen zunächst physisch und dann auch psychisch mehr und mehr belasten und krank machen.

Der Teufelskreis

All diese belastenden Faktoren, führen woanders ebenfalls zu Krankheit.
Durch das ständige Gehetze und unter  Zeitdruck stehen, nimmt man sich zum Beispiel nicht mehr die Zeit, Abends etwas schönes für sich zu kochen.
Es muss schnell gehen, denn die 2 Stunden Freizeit täglich, wollen nicht noch weiter dezimiert werden. Dann kommen Fertiggerichte auf den Tisch, deren Qualität mangelhaft ist, man wird dick und mit der Zeit, auch hier krank.

Es geht aber noch weiter. Auch auf sozialer Ebene,schadet man zunehmenst sich und Anderen. Steht man ständig unter Stress, streitete man sich häufiger. Hat man kaum Zeit, trifft man seltener Freunde oder beschäftigt sich mit der Familie. Und genau hier, sind wir wieder bei dem Punkt. Ich ignoriere oder halte klein, wofür ich als Mensch gemacht bin! Nur um von Monat zu Monat zu kommen und das bisschen was man ansparen könnte, in kurzfristige Unterhaltung zu stecken, die für kurze Zeit die Symptome lindern, die mein falscher Lebensstil doch erst hervorruft. Ein Teufelskreis, eine Abwärtsspirale.

#2 Deutschland, Hamburg

Rationaler, liebloser Arbeiterstaat

In Deutschland zählt vor allem eines. Arbeit.
Die Menschen die man hier trifft, definieren sich zumeist über ihre Arbeit.

Fallende Geburtenraten zeigen seit Jahren, dass hier etwas schief läuft.
Dazu kommt, dass Deutschland das Land mit den zweit höchsten Steuern weltweit ist. In keinem Land der Welt wird einem das Vorankommen so erschwert, wie in Deutschland.

Die Landschaft 

In Hamburg scheint so gut wie nie die Sonne, dabei ist das Vitamin B12, was der Körper bei genügend Sonnenstunden herstellt, wichtig für unser Wohlbefinden.
Selbst wenn die Sonne scheint, dauert es meist nur bis Mittag, bis sich die Kondensstreifen der Flugzeuge so ausgebreitet haben, dass wir eine künstliche Wolkendecke haben.

Deutschland ist flach und besitzt fast keine Gebirge oder Abwechslung.
Die höchste Erhebung hier Hamburg / Norderstedt ist übrigens der „Müllberg“.
Der Müllberg, hat seinen Namen, da diese Erhebung nicht natürlicher Art ist sondern tatsächlich, wie der Name sagt, aus Müll besteht!

Auch ein beliebtes Ausflugsziel hier in Hamburg ist der Elbstrand.
Der Elbstrand ist ein Stück Sandfläche, bei dem man seine Hände nur 1 Cm zief in den Sand steckt und gleiche 5 Kippen-Stummel in der Hand hat.
Gegenüber ist der Hamburger Hafen. Hier kann man die Schwerindustrie bei der Arbeit betrachten, während man zwischen Kippenstummeln, Hundekot und anderem Dreck „entspannt“.

Ganz im Ernst: Wo lebe ich denn hier bitte?

Auch die netten Umschreibungen, machen diese Orte nicht besser und nüchtern betrachtet, ist es hier einfach nur dreckig, grau und nicht lebenswert.

Das Schulsystem

Das Schulsystem ist einseitig und bereitet einen auf ein Leben in fest definierten Strukturen vor. Belesenheit und Intelligenz, werden hier gerne für ein und das Selbe gehalten.

Viele sind fern ab von gut und Böse und verfolgen wie hypnotisiert, ein Leben, welches ihnen seit Kindheit auf, eingetrichtert wurde: Schule, Ausbildung, Studium, Haus bauen.

Wobei man sich heute für mindestens 30 Jahre verschulden muss, möchte man in 30 Jahren eine Haushälfte sein eigen nennen.

Die Deutsche „Kultur“

Dazu kommt, dass Deutschland jeglicher Kultur beraubt wurde.
Zunehmende, unkontrollierte Zuwanderung erschaffen hier mehr und mehr parallel Gesellschaften, die Menschen entfremden sich immer mehr und die Gesellschaft verkümmert, während der Staat, dem wir nun mehr 50% unseres Einkommens monatlich an Steuern zahlen, nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen oder auch nur gute Entscheidungen in der Politik zu treffen.

„Political Correctness“ zählt mehr als Logik und „Think out of the box“ oder „Think big“ scheinen die einzigen US Importe zu sein, die hier nicht nachgeahmt werden.

Die Bürokratie

Die Bürokratie ist unselbstständig, zäh und nicht Reformwillig.
Die Politik ist ein reines Marionetten Theater wo ein Politiker unglaubwürdiger und inkongrunter als der Andere ist.

Die Mentalität

Die Menschen hier haben vergessen, was es heißt einander behilflich zu sein aus Freude darüber, einander helfen zu können. Es dreht sich nur noch darum, wer, wem, am meisten Geld aus der Tasche ziehen kann, denn monetärer Erfolg ist für die Meisten der einzige Indikator, dafür etwas richtig zu machen.

Sich verleugnen sich, führen sinnlose und stupide Arbeiten aus und lassen sich alles gefallen. Das alles wird traditionell bei TV und Bier, für einen Augenblick Abends verdrängt – das ist Deutschland!

All dies widerstrebt zu tiefst, all dem, was ich mir wünsche, worin ich die Stärken der Menschheit sehe und wie ich mir ein gesundes Leben und Umfeld vorstelle.

Fazit

Das „Warum“ ist somit klar. Ich befinde ich mich seit Jahren in einer Abwärtsspirale, die Krankheit, Streit und Depression fördert, weil ich einfach nicht das mache, wofür ich hier auf der Erde bin. Das ganze in einem Umfeld, welches hässlich, unnatürlich und undankbar ist.

All dies hat gesundheitliche Folgen und nach 10 Jahren erkenne ich, dass es so nicht weiter gehen kann und ich die Ungewissheit und das Risiko allmählich bereit bin einzugehen um mein Leben zu leben oder das Leben überhaupt erst zu entdecken.

Die Reise beginnt genau hier und jetzt.

Der nächste Schritt ist nun, all die negativen Punkte ins Gegenteil zu kehren und als Ausgang für mein Ziel-Definition zu nutzen.

Weiter zu was ich wirklich will …